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So läuft eine Versammlung mit Votura

Elf Schritte vom leeren Programm bis zum abgeschlossenen Wahlgang mit Protokoll. Alle Bilder stammen aus der Anwendung. Wer die Reihenfolge einhält, kann nichts Wesentliches übersehen — die Anwendung lässt bestimmte Schritte gar nicht zu, bevor der vorherige erledigt ist.

Vor der Versammlung

Einrichten und anmelden

Beim ersten Start legen Sie ein Konto für die Administration an. Weitere Konten für Wahlleitung, Wahlkommission und Protokoll folgen später in den Einstellungen — jede Handlung im Audit-Trail trägt den Namen der Person, die sie ausgelöst hat.

Die Anwendung arbeitet vollständig lokal. Es gibt keine Anmeldung über das Internet und keinen Server, der erreichbar sein müsste.

  • Rollen: Administration, Wahlleitung, Wahlkommission, Protokoll
  • Optional eine Wahlleiter-PIN für Massendruck und Ergebnisbestätigung
  • Bei Bedarf Vier-Augen-Prinzip: Wer erfasst, darf nicht bestätigen
Einrichten und anmelden: Beim ersten Start wird das Verwaltungskonto angelegt.
Beim ersten Start wird das Verwaltungskonto angelegt.

Drucker einrichten und prüfen

Unter „Einstellungen → Drucker" tragen Sie Ihr Gerät ein. Vier Anbindungen stehen zur Wahl: Epson ePOS-Print über das Netz (liefert als einzige echten Gerätestatus), ESC/POS RAW über Port 9100, der Windows-Spooler für USB-Geräte sowie die Dateiausgabe als Ersatzweg ohne Drucker.

Der Systemcheck vor der Versammlung sagt Ihnen, ob alles bereit ist. Machen Sie hier einen Testdruck — er trägt einen deutlichen Vermerk und ist als Stimmzettel unbrauchbar.

Papier

Gewöhnliches Thermopapier verblasst. Müssen die Stimmzettel aufbewahrt werden, verwenden Sie dokumentenechtes Thermopapier.

Drucker einrichten und prüfen: Der Systemcheck prüft Drucker, Papier, Speicherplatz und Datenbank.
Der Systemcheck prüft Drucker, Papier, Speicherplatz und Datenbank.

Veranstaltung und Tagesordnung anlegen

Legen Sie die Veranstaltung mit Datum, Ort, Organisation und Kurzcode an. Aus dem Kurzcode und dem Datum entsteht später jede Wahlgangkennung, etwa MV26-20260912-WG04.

Die Tagesordnung können Sie vollständig vorbereiten und im Saal umsortieren — auch Änderungsanträge lassen sich zwischen bestehende Punkte schieben.

Veranstaltung und Tagesordnung anlegen: Die Tagesordnung lässt sich vorab anlegen und jederzeit umsortieren.
Die Tagesordnung lässt sich vorab anlegen und jederzeit umsortieren.

Ein Wahlgang von Anfang bis Ende

Wahlgang anlegen

Ein Wahlgang trennt streng zwischen Wahlzweck und Wahlverfahren: Aus „Delegiertenwahl" folgt kein Verfahren — das beschließt die Versammlung nach Ihrer Wahlordnung. Sie wählen also erst den Zweck (Vorsitz, Delegierte, Antrag …) und dann getrennt davon das Verfahren.

Wahlgänge dürfen Sie vorab in Vorbereitung anlegen und frei sortieren. Nummer und Kennung entstehen erst, wenn der Wahlgang startet oder der Stimmzettel freigegeben wird.

  • Zu besetzende Positionen und Höchstzahl der Stimmen
  • Bei Kumulieren: mehrere Stimmen für dieselbe Person
  • Reihenfolge der Bewerber: manuell, alphabetisch oder ausgelost (reproduzierbar)
Wahlgang anlegen: Der Assistent fragt Zweck und Verfahren getrennt ab.
Der Assistent fragt Zweck und Verfahren getrennt ab.

Bewerber erfassen

Namen tippen oder eine ganze Liste einfügen — „Vorname Nachname" und „Nachname, Vorname" werden beide erkannt. Sortieren, nummerieren und Rückzüge vermerken ist möglich, solange die Liste offen ist.

Mit dem Schließen der Liste steht das Bewerberfeld fest. Ab hier ändert sich nichts mehr unbemerkt: Jede weitere Änderung erzeugt eine neue Fassung des Stimmzettels.

Bewerber erfassen: Namen einzeln eintragen oder als Liste einfügen.
Namen einzeln eintragen oder als Liste einfügen.

Stimmzettel prüfen und freigeben

Die Druckvorschau entsteht aus derselben Vorlage wie der Druck. Prüfen Sie Bezeichnung, Namen, Positionszahl, Höchststimmenzahl und die aufgedruckten Optionen — ob „Nein" und „Enthaltung" erscheinen, richtet sich nach Ihrer Wahlordnung und ist einstellbar.

Erst wenn Sie alle Punkte der Prüfliste bestätigt haben, wird der Stimmzettel freigegeben. Die Freigabe schreibt eine unveränderliche Fassung samt SHA-256-Prüfsumme fest — ohne sie verweigert der Druckdienst den Auftrag.

Änderung nach der Freigabe

Jede druckrelevante Änderung erzeugt eine neue Fassung. Ab der zweiten steht die Fassungsnummer auf jedem Zettel, damit sich die Stapel nicht vermischen.

Stimmzettel prüfen und freigeben: Die Vorschau zeigt den Bon zeichengetreu — links, wie er gedruckt wird.
Die Vorschau zeigt den Bon zeichengetreu — links, wie er gedruckt wird.

Drucken

Geben Sie die Stückzahl an; ein Reservezuschlag ist voreingestellt. Die Anwendung zählt, was tatsächlich an den Drucker übermittelt wurde — „physisch gedruckt" behauptet sie erst, wenn ein Mensch es bestätigt hat.

Bricht der Druck ab, etwa weil das Papier ausgeht, wird nichts automatisch wiederholt. Sie zählen die vorhandenen Zettel, bestätigen die Menge und setzen den Auftrag an genau dieser Stelle fort.

Drucken: Stückzahl eingeben, Testdruck machen, drucken — jeder Auftrag wird protokolliert.
Stückzahl eingeben, Testdruck machen, drucken — jeder Auftrag wird protokolliert.

Auszählen, feststellen, abschließen

Einlass: wer da ist (seit 1.4.0)

Wer eine Teilnehmerliste führt, erfasst am Einlass, wer eintrifft. Die Zahl der stimmberechtigten Anwesenden wird beim Eröffnen jedes Wahlgangs festgehalten — wer danach geht, hat trotzdem mitgewählt, und die nötige Mehrheit ändert sich nicht mitten im Verfahren.

Als Ausweis dienen wiederverwendbare Stimmkarten, Einlassbändchen aus Papier oder ein gedruckter Pass mit QR-Code vom Bondrucker. Wer den Saal verlässt, gibt ab: Nur wer im Saal ist, darf abstimmen.

Dieser Schritt ist eine Möglichkeit, keine Pflicht. Ohne Teilnehmerliste bleibt es bei der Zahl, die an der Veranstaltung eingetragen ist.

Die Bilanz wird gezählt, nicht getippt

Wird am Ausgabetisch gegen Ausweis ausgegeben, geht die Menge unmittelbar in die Stimmzettelbilanz ein. Je Wahlgang bekommt jeder genau einen Zettel; der zweite Versuch wird abgewiesen.

Einlass: wer da ist (seit 1.4.0): Teilnehmer, Anwesenheit und Ausweise an einer Stelle.
Teilnehmer, Anwesenheit und Ausweise an einer Stelle.

Digital abstimmen — wenn die Versammlung es beschließt

Je Wahlgang lässt sich eine digitale Abstimmung zuschalten: offen, namentlich oder geheim. Teilnehmer stimmen am eigenen Gerät oder in einer Wahlkabine ab; Papier und digital dürfen im selben Wahlgang nebeneinander laufen, und beide Zählungen werden addiert. Niemand bekommt beides.

Für Abstimmungen ist die verschlüsselte Übertragung Pflicht — ohne sie reist die Stimme im Klartext durch das Saal-WLAN. Mit einem echten Zertifikat, das Votura selbst beantragt, erscheint dabei auf mitgebrachten Telefonen keine Warnung.

Beim Schließen wird die Urne gemischt und als Verzeichnis gedruckt: je Zeile eine Seriennummer und die Stimme. Damit ist das Ergebnis nachzählbar wie ein Stapel Zettel — von jedem im Saal, ohne Zugriff auf den Rechner.

Die geheime digitale Wahl ist noch nicht freigegeben

Ihre Kryptografie ist nicht extern begutachtet, und ein Durchlauf mit echten Geräten in einem echten Saal steht aus. Eine Lastprobe über 500 Abläufe hält die Software ohne Fehler aus — gemessen ist damit die Software, nicht das WLAN, die Telefone und die Entfernung zum Zugangspunkt. Für eine Wahl, an der etwas hängt, bleiben Papier und die offene Abstimmung der belastbare Weg. Die Anwendung sagt das an der Stelle, an der entschieden wird.

Digital abstimmen — wenn die Versammlung es beschließt: Vier Schritte in fester Folge: vorbereiten, eröffnen, schließen, übernehmen.
Vier Schritte in fester Folge: vorbereiten, eröffnen, schließen, übernehmen.

Stimmzettelbilanz führen

Ausgegebene, ersetzte, zurückgenommene und unbenutzte Zettel werden als reine Mengen erfasst — nie mit Bezug zu einer Person. Die Bilanz rechnet mit und meldet Unstimmigkeiten, korrigiert aber nichts von selbst.

Stimmzettelbilanz führen: Am Ausgabetisch entsteht die Menge, die in die Bilanz eingeht.
Am Ausgabetisch entsteht die Menge, die in die Bilanz eingeht.

Ergebnis erfassen

Je nach Verfahren erfassen Sie Stimmen je Bewerber oder Ja/Nein/Enthaltung je Person. Die Prüfung meldet, wenn Zahlen nicht zusammenpassen — etwa mehr Stimmen als gültige Zettel.

Steht das Ergebnis ohne Auszählung fest, weil die Versammlung es einstimmig festgestellt hat, wählen Sie „Ohne Auszählung" und halten den Wortlaut fest.

Die Feststellung trifft die Wahlleitung

Die Anwendung rechnet und schlägt vor, entscheidet aber nie selbst. Der Vorschlag ist immer als solcher gekennzeichnet und muss ausdrücklich übernommen werden.

Ergebnis erfassen: Die Eingabemaske richtet sich nach dem Verfahren des Wahlgangs.
Die Eingabemaske richtet sich nach dem Verfahren des Wahlgangs.

Ergebnis anzeigen

Die Anzeige für Monitor oder Beamer kennt eigene Bilder für Begrüßung, Tagesordnung, Bewerbervorstellung, laufende Wahl, Auszählung, Ergebnis, Pause mit Countdown und freie Mitteilungen.

Farben, Logo und Schriftgröße sind einstellbar. Lange Listen blättern seitenweise um, und die Anzeige misst nach jedem Wechsel nach, ob alles ins Bild passt. Auf Wunsch läuft dieselbe Ansicht im Browser eines zweiten Geräts im Veranstaltungsnetz.

Ergebnis anzeigen: Was der Saal sieht — erst nach der Bestätigung durch die Wahlleitung.
Was der Saal sieht — erst nach der Bestätigung durch die Wahlleitung.

Abschließen, sichern, exportieren

Mit dem Abschluss wird der Wahlgang im normalen Betrieb unveränderbar. Für den Notfall gibt es die Notfallkorrektur: nur mit Verwaltungsrecht, nur mit Begründung, immer mit Eintrag im Audit-Trail.

Zum Schluss erzeugen Sie Protokoll und Export (PDF, CSV, JSON) sowie ein Backup — eine konsistente Kopie der Datenbank samt Konfiguration und Audit-Export, wahlweise auf einen zweiten Datenträger.

Abschließen, sichern, exportieren: Der Audit-Trail hält jede Handlung fest — als Hash-Kette gesichert.
Der Audit-Trail hält jede Handlung fest — als Hash-Kette gesichert.

Zwischen den Wahlgängen: Saal und Pult

Mehrere Anzeigeflächen einrichten

Eine Versammlung hat selten nur eine Wand. Votura verwaltet bis zu vier Anzeigeflächen — Bühnen genannt —, jede mit eigenem Inhalt: vorn die Kandidatenliste, seitlich die laufende Vorstellung, im Foyer die Begrüßung.

Die Reiter über der Beamersteuerung wählen die Bühne; alles darunter gilt für sie. Der Reiter „Alle" ganz links ist der Master: Dieselben Knöpfe, aber überall zugleich — für „Pause" oder „Versammlung beendet". Klicken Sie einzelne Kacheln an, trifft die Schaltung nur die angehakten.

Ein zweites Beamerfenster wählt seinen Bildschirm wie das erste. Geräte im Netz wählen ihre Bühne über die Adresse: /b/2 neben dem zweiten Beamer.

Folgt dem Wahlgang — oder eben nicht

Je Bühne einstellbar. Ohne Haken bleibt eine Bühne stehen, bis sie von Hand umgeschaltet wird: für eine Rednerliste oder ein Standbild neben dem Wahlgeschehen. Die Hauptbühne folgt immer.

Mehrere Anzeigeflächen einrichten: Drei Bühnen mit verschiedenen Inhalten — und der Master, der alle zugleich schaltet.
Drei Bühnen mit verschiedenen Inhalten — und der Master, der alle zugleich schaltet.

Vorstellungen mit Redezeit

Bewerber stellen sich vor, meist mit begrenzter Zeit. Wählen Sie unter „Vorstellung mit Redezeit" die Person aus dem Bezugswahlgang, tragen Sie die Minuten ein und schalten Sie um. Die Uhr läuft an der Wand mit; überzogene Zeit läuft rot ins Minus weiter, statt bei null stehenzubleiben.

Wer als Nächstes drankommt, steht unter der laufenden Vorstellung — in der Reihenfolge des Stimmzettels. „Nächster" ruft die nächste Person auf, die Reihe rückt nach, die Uhr beginnt von vorn.

Die Zeit lässt sich anhalten und in Schritten von einer Minute oder zehn Sekunden nachjustieren.

Vorstellungen mit Redezeit: Name, Anlass, verbleibende Zeit — und wer als Nächstes an der Reihe ist.
Name, Anlass, verbleibende Zeit — und wer als Nächstes an der Reihe ist.

Reden am Pult: der Teleprompter

Wer vorn steht, liest selten frei. Votura legt Reden als Markdown ab und zeigt sie am Pult: im eigenen Prompterfenster oder auf einem Gerät im Netz unter der Adresse mit dem Zusatz /prompter. Auf dem Beamer erscheint davon nichts.

Unter „Prompter" (Strg+P) speisen Sie eine Datei ein oder schreiben die Rede gleich hier. Ein Klick auf „Auflegen" bringt sie ans Pult. Tempo, Schriftgröße, Textbreite und die Höhe der Lesezeile stellt die Wahlleitung ein — oder die vortragende Person selbst, wenn sie darf.

Statt des Textes lassen sich auch die laufenden Folien zeigen: dieselbe Ansicht wie in der Vortragssteuerung, nur am Pult.

Mitlaufen nach Gehör

Auf Wunsch hört der Prompter mit und setzt die Stelle dorthin, wo gesprochen wird — nützlich bei Einschüben und Zwischenfragen, wo jede Automatik danebenliegt. Das läuft vollständig auf dem Gerät: Aufgenommen wird nichts, und nichts verlässt den Rechner. Nötig ist dafür das Prompterfenster am Hauptrechner; ein Browser im Saalnetz bekommt kein Mikrofon.

Reden am Pult: der Teleprompter: Großer, ruhiger Text mit Lesezeile — auf dem Gerät vor der vortragenden Person.
Großer, ruhiger Text mit Lesezeile — auf dem Gerät vor der vortragenden Person.

Foliensätze und Filme

Eine einzelne HTML-Datei oder ein PDF lässt sich einspeisen und läuft dann auf der gewählten Bühne. Aus PowerPoint führt der Weg über Datei → Exportieren → PDF/XPS: Schriften und Layout bleiben originalgetreu, Animationen gehen verloren.

Die Vortragssteuerung öffnet ein eigenes Fenster mit laufender und nächster Folie. Liegt derselbe Foliensatz auf mehreren Bühnen, blättert sie alle zugleich weiter.

Filme laufen auf allen Bildschirmen nach derselben Uhr — auch auf einem Gerät, das erst mitten im Film dazukommt. Den Ton gibt nur der Beamer aus; Geräte im Netz laufen stumm mit, sonst entstünde ein Echo im Saal.

Foliensätze und Filme: Ein eingespeister Foliensatz auf derselben Fläche wie die Wahlansicht.
Ein eingespeister Foliensatz auf derselben Fläche wie die Wahlansicht.

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